. .
k04_160.jpg
k08_160.jpg
k11_160.jpg

SMS-Norm (Schweizer Mass-System) & Euro-Norm

Im Streit um die richtige Breite bei Küchenmöbeln und Küchengeräten hat die Schweiz mit den 55 cm immer noch die Nase vorn.

Die Schweiz war führend in der Küchennormierung
Seit den Fünfzigerjahren im letzten Jahrhundert war die Normierung im Küchenbau in der Schweiz ein zentrales Thema. Die Schweiz war führend in der Durchsetzung einer einheitlichen, verbindlichen Norm: Küchenmöbel und Küchengeräte hatten eine Breite von 55 cm. Erst diese Richtlinien erlaubten eine serienmässige Bauweise und verbilligten dadurch die Herstellung von Küchen. In den Boom-Jahren anfangs der Sechziger entstanden die ersten Hochhäuser und grossen Wohnblocks mit günstigen Wohnungen. Die Einbauküche begann sich überall durchzusetzen. Architekten, Küchenbauer und Küchengerätehersteller planten und bauten nach einer Normbreite.

Die Küchennorm bringt viele Vorteile
Die Fabrikation von grossen Mengen von Einzelteilen in derselben Grösse ermöglichte eine rationalisierte Herstellungsweise und verbilligte das einzelne Produkt. Die Einbauküche wurde vorgefertigt und im Baukastensystem gebaut. Das vereinfachte den Einbau der Küchen. Und das Baukastensystem hat den Vorteil, dass man Küchengeräte auch nach Jahren problemlos auswechseln kann.

Die Schweizer Küchennorm
Die Schweizer Küchennorm weist eine Breite von 55 cm, eine Tiefe von 60 cm und eine Höhe von 90 cm auf. Die Breite von 55 cm ist eine rein rechnerische Lösung und weicht von der gebräuchlichen ISO-Norm mit den 10 cm-Schritten ab. Die Tiefe hingegen ergab sich aus einer mittleren Armlänge, die Höhe aus der statistisch ermittelten durchschnittlichen Körpergrösse. Je nach Tätigkeit in der Küche wären unterschiedliche Höhen sinnvoll. Man einigte sich jedoch auf eine durchgehend gleiche Höhe für alle Bauteile. Unsere Norm wurde später in SMS, für 'Schweizer Mass-System', umbenannt.

Normierte Höhe, normierte Küchenmöbel
Die Schweizer Breite von 55 cm ist der vieldiskutierte und bekannte Teil der SMS. Doch die Höheneinteilung war ebenso massgebend: Von der Höhe von 90 cm wurden Sockel und Abdeckung abgezogen, was 76,2 cm oder 6 x 12,7 cm ergab. Nach diesem Raster wurden die Schubladen, Küchenmöbel und Küchengeräte gebaut. Ein einfaches, horizontales Konstruktionssystem, das auf wenigen Angaben beruht, um die ganze Einbauküche zu bauen. Diese Vorteile sind sicher mit ein Grund, warum sich die Schweizer Küchennorm als verbindliche Richtlinie bis heute durchgesetzt hat.

Europäische Küchennorm mit 60 cm Breite
Europa hat erst spät eine Einigung erzielt. 1995 erschien die europäische Norm EN 1116 für Küchenmöbel und Küchengeräte mit einer Breite von 60 cm. Mit dem freien Markt hat auch diese Breite in der Schweiz Verbreitung gefunden. Beide Breiten existieren jetzt nebeneinander. Gegenüber der europäischen Norm ist die Schweizer Norm einfach und klar. Wohl deshalb sind heute noch zwei Drittel aller Küchen nach Schweizer Norm gebaut und nur ein Drittel nach den europäischen Richtlinien. Dass der wichtigste Küchengerätehersteller der Schweiz über 60% seiner Produkte nach wie vor gemäss der SMS-Norm herstellt, spricht für diese ungebrochenen Vorteile.